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Lissabon 2019


Im April 2019 waren wir für eine Woche in Lissabon und haben das erste Mal Airbnb genutzt, um eine Unterkunft zu finden. Insgesamt war das Wetter leider nicht so toll wie erwartet, aber wir konnten dennoch vieles in der Umgebung zu Fuß erkunden und haben eine schöne Zeit verbracht.

Mit dem Airport Shuttle Express Ingolstadt haben wir uns Dienstags auf die Reise zum Münchener Flughafen begeben. Nach den entsprechenden Prozessen ging es auf zum eigentlichen Flug, den wir mit Lufthansa durchgeführt hatten (Flugnummer: LH1790). Nach einer Flugzeit von etwa 2:40h landeten wir sicher und ohne weitere Turbulenzen am Flughafen Lissabon, der recht nahe an der Stadt selbst liegt. Mittels unserer Metro-Ticket, die wir dankenswerter Weise von einem vorbeihuschenden Pärchen geschenkt bekamen (inklusive einer noch darauf geladenen, gültigen Tageskarte), fuhren wir mit der roten Metro-Linie vom Flughafen bis zur Station Saldanha und dann mit der gelben Linie weiter bis zur Endhaltestelle Rato. Dort liefen wir dann zu Fuß etwa 15 Minuten zur Unterkunft.

Unsere Airbnb-Unterkunft lag in der Gemeinde Estrela in einer Seitenstraße hinter der Basilica. Leider wurden gerade an "unserem" Eingang einige Bauarbeiten durchgeführt, sodass die Hausnummer zuerst nicht ersichtlich war. Da es unser erster Versuch mit Airbnb war, waren wir leicht verunsichert, da auch keine Türklingeln auffindbar waren und die Briefkästen nicht beschriftet. Nach kurzer Zeit kam der Vermieter jedoch von selbst zur Tür und begrüßte uns freundlich. Nach dem Herauftragen der Koffer in den zweiten Stock durch einen etwas engen Flur klärte uns der Vermieter ausführlich über die Unterkunft, die Schlüssel, Taschendiebstähle in der Gegend und sehenswerte Reiseziele auf. Nach einer Verabschiedung machten wir es uns schließlich kurz bequem, verstauten unsere Habseligkeiten und erkundeten die Gegend zu Fuß.

Wir waren etwa in Sintra, Alfama, Baixa-Chiado, Belem und mehr. Die meiste Zeit haben wir jedoch darauf verzichtet, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, die meist recht touristenlastig sind und haben unsere gesunden Füße benutzt, um etwas vom realen Leben außerhalb der Führungen zu sehen. Da das Wetter gegen Ende nicht mehr so gut war, haben wir darauf verzichtet, Cascais zu besuchen.

Lissabon ist eine sehr schöne Stadt, hat viele verwinkelte Gassen und einige sehr schöne, aber auch einige eher unschöne, verkommene Ecken. Graffiti ist hier allgegenwärtig, genau wie die Natur. Ich kann nur unbedingt empfehlen, Sintra zu Fuß zu erkunden und nicht in einen der Hop On-Hop Off-Touri-Busse oder Tuktuks zu hüpfen. Gerade hier findet man Gegenden, die weitestgehend unbesucht und leer sind. Dort kann man die Seele baumeln lassen. Leider kostet so gut wie jede Sehenswürdigkeit in Sintra Eintritt (ab etwa 8€), deswegen haben wir darauf verzichtet, hier alles von innen zu besichtigen.

Was uns sehr positiv überrascht hat, sind die niedrigen Preise für Metro- und Bahnfahrten. Eine einzelne Fahrt (auch wenn sie durch die halbe Stadt bis zum Flughafen führt) kostet 1,50€. Dieser Beitrag ist auf einer wiederaufladbaren Pappkarte zu 0,50€ an den Automaten, die in jedem Bahnhof stehen, zu verbuchen. Beim Start einer Fahrt checkt man an der elektronischen Bahnschranke am Bahnhof durch Auflegen der Karte ein und beendet die Fahrt durch das Auschecken an der Schranke am Zielbahnhof. Es gibt auch Tageskarten mit unterschiedlicher Gültigkeit (bspw. Überlandzüge), die eine Preisspanne von 6€ bis etwa 11€ haben.

Weiterhin bezahlt man seit einiger Zeit keine separaten Roaming-Gebühren mehr, sodass man mit seinem mobilen Tarif ohne Zusatzkosten surfen bzw. telefonieren kann. An einem sehr verregneten Tag haben wir auch ein Taxi mittels mytaxi gerufen. Das dauerte keine fünf Minuten und hat für eine Strecke von etwa 2 Kilometern runde 5€ gekostet.

Die Verpflegung ist in den meisten Fällen wesentlich günstiger als in Deutschland. Diesbezüglich hatten wir keinerlei schlechten Erfahrungen gemacht. Kreditkartenzahlung ist fast überall möglich, Bankautomaten stehen an fast jeder Ecke. Uber hat hier ebenfalls seine ausleihbaren E-Bikes im Angebot, verschiedene E-Scooter-Anbieter ermöglichen es, einen solchen Scooter beinahe jederzeit zu leihen. Auch bezüglich Taschendiebstahl gab es (ich bin sehr achtsam) meines Erachtens keinerlei brenzlige Situation, wobei man natürlich dennoch jederzeit aufpassen sollte. Die meisten Dinge sind zusätzlich zur portugiesischen Sprache auf Englisch ausgeschildert, wir hatten kaum eine Situation, in der wir uns nicht auf Englisch verständigen konnten.

Eine günstige Aussichtsplattform (mit Flugzeugen, die direkt über einem vorbeizogen) hatten wir im Einkaufszentrum Amoreiras gefunden. Hier bekommt man für etwa 5€ einen schönen Rundblick über die Stadt. Gratis geht es aber auch, etwa fußläufig im Stadtteil Alfama.

Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit unserer Kurzreise. Was abschließend noch erwähnt werden sollte, ist die Isolierung der Gebäude. Unser Airbnb (und wohl auch andere) war kaum isoliert. Das bedeutet, dass man so ziemlich jeden Schritt im Haus hört und die Wohnungen trotz elektrischen Heizkörpern recht schnell wieder auskühlen. Hierauf sollte man bei einer Reise, wenn man entsprechend empfindlich ist, achten. Lissabon ist aber dennoch in allen Fällen ein sehr schönes Reiseziel, das ich nur weiter empfehlen kann. Eine Woche empfand ich im Nachhinein als etwas zu lange. Mit etwa vier bis fünf Tagen kann man je nach Interesse und Grad der Faulheit ebenfalls eine sehr schöne Zeit verbringen und ausreichend Eindrücke sammeln.

Nachfolgend sind noch einige ausgewählte Bilder von unserer Reise zu finden.